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Photo Kontrabaß Semiplywood ca. 1940

Kontrabaß

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€ 3.000*.-

Böhmisch-sächsischer Kontrabaß, ca. 1935-40

Saiten: D´Addario "Hybrid" Medium

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Dieser Baß ist ein guter, sehr solider "Allrounder".
Es ist eine gute, sorgfältige Handarbeit im traditionellen Stil.

Die Herkunft aus der Markneukirchner oder west-böhmischem Geigenbauer-Region ist an der Bauweise erkennbar; das Alter u. a. an der ansprechenden Lackierung sowie insbesondere an der Kombination der Materialien: mit massiver Fichtendecke, Ahorn-Zargen und dem Sperrholzboden, ausgestattet mit schön gedrechselten Holzwirbelmechaniken ist der Baß ein recht seltenes Modell.

Er hat einen kräftigen, tragfähigen und schön ausgeglichenen Klang bei guter Lautstärke. Er bietet pizzicato viel "Dampf" und Dynamik und hat gleichzeitig eine schöne, weiche Bogenansprache.
Man kann erkennen, daß er einiges Entfaltungspotential besitzt, das in nächster Zeit zum Tragen kommen wird, wenn er nach der Restaurierung wieder eingespielt wird.
Dazu noch ein Detail: über die Geschichte weiß ich nur, daß der Baß 1963 von einem Musiker-Kollegen gekauft wurde - der ihn allerdings in allen Jahren seither so gut wie nie gespielt hat. Zum Zeitpunkt des Kaufs war der Baß auch bereits 10-20 Jahre alt. Insofern war er zwar "gebraucht", ist aber bis dahin vermutlich ebenfalls wenig gespielt worden. Der Baß stand also bis vor kurzem nur nutzlos herum und war zudem durch zu hohe Saitenlage bei zu tiefer Griffbrett-Hohlkehle sehr schlecht schlecht spielbar. Ich habe ihn daher übernommen, um ihn auch gleich überarbeiten zu lassen. Daraus ist erheblich mehr Aufwand geworden, als ursprünglich gedacht, aber dafür ist der Baß jetzt wahrscheinlich in einem besseren Zustand, als direkt nach der Herstellung.
Nun muß er also, wie gesagt, eingespielt werden. Er klingt ja schon gut, aber ich bin überzeugt, daß der Baß noch darüber hinaus ein schönes Entfaltungspotential besitzt.

In den Proportionen ist er übrigens gut ausgewogen - alle Lagen sind leicht erreichbar. Er hat trotz seiner für einen 3/4-Baß bei 105er Mensur recht groß gebautem Korpus ein durchschnittliches, nicht besonders hohes Gewicht und ist auch daher gut "on the road" zu transportieren

Im Holz ist er kerngesund und stabil - innerhalb seiner "Lebenszeit" war bisher nur ein einziger harmloser Zargenriß zu reparieren.
Außer einem neuen Verstellsteg und Saiten ist das Griffbrett neu justiert ("abgerichtet") worden. Das Griffbrett ist übrigens aus "Makassar" - einer Ebenholzart, die aus Indonesien stammt (engl. "Marblewood").
Insbesondere wurde die Verleimung des Halses erneuert und der Hals im gleichen Zug in verbesserter Position neu aufgebaut - mit einem etwas höheren Steg, als vorher. Dadurch ist der Klang deutlich kräftiger geworden.

Der Sperrholzboden ist absolut solid und gerade - er "steht". Das heißt: bei dem Alter sind Verformungen (unter dem Druck des Stimmstocks etc.), zu denen ein Sperrholz mitunter neigen kann, nicht mehr zu erwarten.

Der Baß unterscheidet sich deutlich von den meisten der aktuell üblichen, billigen Instrumenten dieser Klasse aus beispielsweise östlicher oder fernöstlicher Provenienz. Ein rundum gutes, solides Instrument für Einsteiger - oder vielleicht als Zweit-Instrument (für Profis)?

*Festpreis.